Seenotrettung auf dem Mittelmeer

Weshalb hat die Seenotrettung auf dem Mittelmeer eine solche Bedeutung bekommen? Warum wird die Rettung von in Seenot und Lebensgefahr geratenen Geflüchteten nicht ganz selbstverständlich staatlicherseits geregelt? Die unterschiedlichen Regionen des Mittelmeers bilden eine der Fluchtrouten nach Europa. Menschen, die nach Europa entkommen wollen, ist die legale Einreise verwehrt. Sie sind zur illegalen Einreise gezwungen. Auf den unterschiedlichen Routen des Mittelmeers sind sie darauf angewiesen, von Menschenhändlern in kleinen, oftmals nicht seetauglichen Booten über das Meer gebracht zu werden. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind seit 2016 mehr als 11.000 Menschen ums Leben gekommen.
https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/hilfe-weltweit/mittelmeer/

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Nach den Bootsunglücken von Lampedusa führte die italienische Marine und Küstenwache die Operation Mare Nostrum in der Straße von Sizilien durch. Sie galt sowohl der Rettung von Geflüchteten als auch dem Aufgreifen von Schleppern. Nachdem ihre Forderungen an die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, sich an der Finanzierung zu beteiligen, scheiterten, stellte die italienische Regierung die Mission im Oktober 2014 ein.
Mit der aktuellen Operation EUNAVFOR MED zielt die Europäische Union nur auf Grenzsicherung und Bekämpfung der Schleuserkriminalität. Ein Bestandteil ist dabei die Finanzierung und Schulung der sogenannten libyschen Küstenwache, welche Flüchtlingsboote noch in libyschen Gewässern abfangen soll. Es ist bekannt, dass Libyen kein Sicherer Hafen für Geflüchtete ist. Vielmehr werden viele der „Geretteten“ in die Folterlager zurückgebracht, aus denen sie geflohen sind.
Die Operation Triton der europäischen Agentur Frontex schloss an Mare Nostrum an und dauerte bis Februar 2018. Sie setzte ihren Fokus jedoch auf die Sicherung der Außengrenzen und bewegte sich ausschließlich in europäischen Küstengewässern. Seenotrettung war Nebenaufgabe.

2013 - 2014
2014 - 2018
2015 - Heute

Private Seenotrettung

Die europäische Politik der Abschottung und der Unterbindung von Fluchtrouten bereits auf dem afrikanischen Kontinent ändert nichts an dem Druck, unter dem Menschen ihre Heimatländer verlassen. Weiterhin versuchen Menschen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Viele von ihnen fliehen vor allem aus der katastrophalen Situation in Libyen. Obwohl die Zustände, insbesondere die Folterleger, in der EU bekannt sind, unterstützt diese die libysche Küstenwache, um die Menschen noch in libyschen Gewässern abzufangen. Da eine staatliche Seenotrettung nicht mehr existiert, haben verschiedene private Hilfsorganisationen aus unterschiedlichen europäischen Ländern eigene Schiffe beschafft, um Geflüchtete in Seenot zu retten und in sichere europäische Häfen zu bringen. Dieses können sie nur aus Spendenmitteln leisten.

Aktive Ngos & Schiffe

Aktiv
Beschlagnahmt
Organisation:
Sea Eye
Nationalität:
Deutsch
Schiffe:
Alan Kurdi
Organisation:
Mission Lifeline
Nationalität:
Deutsch
Schiffe:
Lifeline
Eleonore
Organisation:
Sea Watch
Nationalität:
Deutsch
Schiffe:
Seawatch3
Moonbird
Organisation:
Mediterranea
Nationalität:
Italienisch
Schiffe:
Mare Jonio
Organisation:
SOS Méditerranée
Nationalität:
International
Schiffe:
Ocean Viking
Organisation:
Jugend rettet
Nationalität:
Deutsch
Schiffe:
Luventa

Flucht nach Europa

Die ganze Welt will nach Europa? Nein, nur etwa 1 % der flüchtenden Menschen will. Trotzdem gibt es keine legalen Einreisemöglichkeiten. Stattdessen dominieren in der deutschen und europäischen Flüchtlingspolitik Abschottung sowie Flucht- und Migrationsverhinderung – mit katastrophalen Folgen. Menschen stranden in ausweglosen Lagen oder schlimmer, landen in Folterlagern in Libyen.

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